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Veränderungen an Katos My 1101

von Carsten Möller

Mitte der 60er Jahre kamen My des Depots Aarhus mit D-Zügen Fredericia - Hamburg Hbf planmäßig nach Hamburg. Als Hamburger und Freund der Epoche III habe ich mich daher sehr gefreut, als Hobbytrain Anfang 2011 ein Kato-Modell der My in Epoche III-Ausführung ankündigte. Der Neuheitenprospekt zeigte ein Vorbildfoto der My 1143. Bei Auslieferung des Modells verflog meine Freude, denn es kam die My 1101 in der Ausführung als Museumslokomotive. Diese unterscheidet sich in einigen Punkten vom typischen Erscheinungsbild einer My der Epoche III.

An dem Modell störten mich vor allem das helle Dach und die hellen Lüftergitter. Die orangen Warnleuchten auf dem Dach gab es in den 60er Jahren noch nicht. Auch an der Museumslok sind sie heute nicht vorhanden. Im Auslieferungszustand des Modells fehlen der Lok die Frontschürzen, die in der Epoche III noch vorhanden waren. Die DSB entfernten bei den My die Schürzen erst Ende der 70er Jahre, nachdem sich in schneereichen Wintern hinter den Schürzen zuviel Schnee sammelte. Die Schürzen lassen sich am Modell leicht nachrüsten, denn sie liegen als Austauschteile bei.

Katos My 1101 lässt sich mit wenigen Schritten von einer Museumslokotive in eine Maschine der Epoche III verwandeln. Als Erstes wird das Gehäuse abgenommen und dessen Innenleben in seine Einzelteile zerlegt. Es ist nichts verklebt, sondern katotypisch alles nur gesteckt, was die Demontage erleichtert.

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My-Gehäuse von innen

Die Lichtleiter lassen sich mit Hilfe einer Pinzette entnehmen. Dazu werden die Lichtleiter am hinteren Ende leicht angehoben, um sie vom Haltestift zu lösen und dann nach hinten herausgezogen.

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Entfernen der Lichtleiter

Danach werden die grauen Führerstandseinrichtungen ausgeklipst. An den Führerständen wird das Gehäuse leicht gespreizt und die Inneneinrichtungen lassen sich mit einem Zahnstocher heraushebeln.

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Ausbau der Führerstandseinrichtungen

Nachdem jetzt die Führerstandseinrichtungen fehlen, fallen die seitlichen Kunststoffstreifen mit den Fenstern fast von allein heraus. Möglicherweise muß mit einem Fingernagel etwas nachgeholfen werden. Die Frontfenster werden von außen in das Gehäuseinnere gedrückt. Hierbei ist wieder der Zahnstocher das richtige Werkzeug, denn er hinterläßt auf dem Kunststoff der Fenster keine Kratzer. Dann wird das Dach abgenommen, indem dessen acht Rastnasen (s. Pfeile) von innen herausgedrückt werden. Bei allen Arbeiten am Dach ist auf die beiden Dachantennen zu achten, damit diese nicht abbrechen. Also Vorsicht!!

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Rastnasen des Daches

Damit ist die Lokomotiven nahezu komplett in ihre Einzelteile zerlegt. Im folgenden Bild sind am Chassis die Schienenräumer bereits durch die Schürzen ersetzt worden. Dazu werden die Rastnasen der Schienenräumer von oben mit einem kleinen Schraubendreher ausgeklipst, wonach sich die Schienenräumer nach unten abziehen lassen. Dafür werden dann die Schürzen eingesteckt. Weiterhin sind die seitlichen Lüftergitter schon mit Tamiya TS-6 (matt black) lackiert. Die Rahmen der Lüftergitter sind erhaben graviert, daher läßt sich das Gehäuse sehr gut abkleben.

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My in Einzelteilen

Am Dach werden die orangen Warnleuchten herausgezogen und deren Löcher mit einem Minitropfen Flüssigklebstoff (Revell Super Expert) gefüllt. Dabei darf der Klebstoff idealerweise schon etwas überaltert und zähflüssiger sein. So bleiben Spachtel- und Schleifarbeiten zum Verschließen der Löcher erspart. Nachdem der Klebstoff getrocknet ist, wird das Dach mit Tamiya TS-6 (matt black) lackiert. Abschließend erhält es eine Schicht seidenmatten Klarlack (Mr. Super Clear, semi gloss). Wie der aufmerksame Betrachter erkennen kann, erfolgte der Hinweis auf die empfindlichen Dachantennen nicht ohne Grund ;-)

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Dunkles Dach

Die dreidimensionalen Nachbildungen der Führerstände reichen lediglich bis zu den Seitenfenstern. Die Fenster der Führerstandstüren sind dagegen nur grau hinterlegt. Werden die Seitenflächen der Führerstandseinrichtungen geschwärzt, entsteht auch bei den Türfenstern der Eindruck räumlicher Tiefe. Weiterhin werden die Rahmen der Führerstandsfenster mit einem Edding schwarz angemalt.

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Schwarzmalerei

Auch die Pufferpartie benötigt noch etwas Farbe, denn Kato hat bei den Pufferverkleidungen nur die Außenseiten weinrot lackiert. Beim großen Vorbild waren die Pufferverkleidungen allseitig weinrot lackiert. Die Pufferbohle war bei einigen Loks zwischen den Puffern ebenfalls weinrotrot lackiert, aber nicht bei allen. Möglicherweise spielt hier eine Rolle, in welchem Depot die Loks beheimatet waren.

Da für die Pufferverkleidungen ohnehin Lackierarbeiten erforderlich sind und dieses Modell eine weinrotlackierte Pufferbohle erhalten soll, wird dieses in einem Arbeitsgang durchgeführt. Die passende Farbe läßt sich aus Revell 331 (purpurrot, seidenmatt), Revell 383 (kastanienbraun, seidenmatt) und Tamiya TS-6 (matt black) mischen. Bis der Farbton zum Lack des Lokomotivgehäuses passt, sind mehrere Versuche mit der Farbmischung erforderlich.

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weinrote Pufferpartie

Zu guter Letzt erhalten die Pufferpartie und die Schürze noch einen Überzug aus seidenmattem Klarlack (Mr. Super Clear, semi gloss). Damit sind die farblichen Veränderungen abgeschlossen und die Lok kann wieder zusammengesetzt werden. Insgesamt bewirken diese kleinen Arbeiten bereits ein komplett anderes Aussehen des Modells.

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die veränderte My

Ganz war ich mit dem Modell aber noch nicht zufrieden. Etwas störte mich immer noch und es hat etwas gedauert, bis ich daraufkam, was es war. Die My 1101 ist heutzutage als Museumslok natürlich immer auf Hochglanz poliert und so hat Kato ebenfalls eine stark glänzende Lackierung verwendet. Für mich sieht das Modell so aber eher wie ein eingeölter Bodybuilder aus (s. Bilder 9-11). Die My hat zwar unheimlich Kraft, aber der Glanzlack passt nicht in die Epoche III und muß weg.

Also wird die Lok wieder zerlegt und das Gehäuse mit seidenmattem Klarlack (Mr. Super Clear, semi gloss) überlackiert. Damit ist das Modell jetzt weniger glänzend und sieht so aus, wie ich mir eine Epoche III-My vorstelle. Nun bin ich mit der Optik der Lok vollends zufrieden, die Technik überzeugt ohnehin...

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weniger Glanz für die My

Noch ein Bonus zum Schluß: wer die Optik der Lok noch weiter verbessern möchte, kann sie auch mit einer geschlossenen Schürze ausrüsten. Diese Schürze in passender weinroter Farbe liegt dem Kato-Modell der luxemburgischen My-Schwester CFL 1600 (Artikelnr. K2887) als Austauschteil bei. Im Datenblatt sind die Schürzen der CFL-Lok unter der Bezeichnung „Schneepflug 2-tlg. Nohab CFL/Snowplow Set for Nohab CFL“ mit der Ersatzteilnr. K2880-27 zu einem Setpreis von 5 EUR aufgeführt. Ob die CFL-Schürzen als Einzelteile für Umbauten bei der Fa. Lemke erhältlich sind, habe ich nicht ausprobiert, da meine Loks mit Kupplungen an beiden Fahrzeugenden im Einsatz sind.

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My mit kompletter Schürze