Udskriv

DFO - Den fælles Olielevering („Die Vereinigten Öllieferanten")

 

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700 1 803-1 in Århus (1986). Foto Ole M. Nielsen

Das in der Petrobranche tätige Unternehmen „Den fælles Olielevering A/S" oder kurz „DFO" kaufte 1984 sechs zweiachsige Kesselwagen von der Firma „Texaco A/S". Die Wagen mit den Nummern 23 86 DSB 700 1 801 bis 5 807 wurden in den Jahren 1942-1944 von „Scandia" gebaut und wiesen eine Länge von 8½ Metern bei einem Achsstand von 4½ Metern auf. Sie hatten ein Fassungsvermögen von 19.200 Litern und dienten zur Beförderung von Heizöl und Gasöl.

DFO war eine Tochtergesellschaft der „Kuwait Petroleum (Denmark) A/S" und hatte ihren Sitz in Glostrop, wo auch die Wagen beheimatet wurden.

Die Kesselwagen erhielten eine rote Lackierung und wurden mit dem DFO-Logo versehen, welches aus weißen Buchstaben auf rotem tropfenförmigen Hintergrund besteht. Am Wagen 804 fällt der Tropfen von links, an den anderen von rechts.

Als Beheimatung war ursprünglich "Texaco A/S København Hjemsted Gb" angegeben. Später wurde diese Firmenangabe gelöscht und „Glostrup" als Beheimatung angegeben.

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700 1 802 mit Tropfenlogo und "Texaco"-Angabe (Århus, 1986). Foto Ole M. Nielsen.

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700 1 804 mit Tropfenlogo von links (Hårlev, 1986). Foto Jens Bruun-Petersen.

Die vier Wagen 802, 803, 805 und 807 wurden 1986 ausgemustert. 805 wurde später an die Museumsbahn Mariager-Handest Veteranjernbane (MHVJ) verkauft, während die anderen wahrscheinlich verschrottet wurden.

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700 1 801 nach dem Verkauf an die Østsjællandske Jernbaneselskab
(ØSJS) in Hårlev (1988). Es ist immer noch „DSB" angeschrieben.

Die letzten beiden Wagen 801 und 804 wurden im Jahre 1988 ausgemustert und an die ØSJS verkauft. Nach dem Verkauf wurde das Logo auf dem Kessel überlackiert und die Beheimatung in „Køge" geändert. Anstelle der UIC-Anschrift "86 DSB" wurden Østbanen-Logo und Schriftzug angebracht. Mittlerweile sind die Fahrzeuge abgestellt.

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700 1 804 mit Østbanebeschriftung (Køge, 1989). Foto Jens Bruun-Petersen.


Die Modelle

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Seit 2010 gibt es unter der Katalognummer 842609 von Fleischmann ein aus zwei Wagen mit unterschiedlichen Betriebsnummern bestehendes Set.

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Optik:

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Die Modelle sind zwar an das Vorbild angelehnt, stellen aber keine ganz korrekte Nachbildung dar. Wie üblich hat Fleischmann einen deutschen Wagen als Basismodell verwendet. Wenn auch auf den ersten Blick Ähnlichkeiten vorhanden sein mögen, so weisen die von Scandia gebauten Wagen doch einige Unterschiede auf.

So haben die Modelle z.B. einen genieteten Kessel, während der Kessel des Vorbildes geschweißt war.

Abmessungen:

Die Maße der Modelle sind nicht korrekt; sowohl die Länge über Puffer wie auch der Achsstand sind zu groß.

Maß [mm] 1:1 1:160 Modell
Länge ü. Puffer 8460 52,88 55,00
Achsstand 4500 28,12 25,00


Beschriftung:

Die Modelle tragen die Nummern 802 und 804. Das Tropfenlogo ist bei beiden Wagen gleich ausgeführt. Der Tropfen fällt jeweils von rechts, was für den Wagen 802 falsch ist. Hätte man da nicht eine andere Nummer wählen können? Auch wenn dieser Wagen dadurch nicht ganz korrekt beschriftet ist, so kann man aber durchaus damit leben.

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DSB 700 1 802-3

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Fleischmann-Modell des 700 1 802-3

Die Bedruckung der Wagen ist sehr fein und scharf. Logos und Beschriftungen sind gut lesbar und an den richtigen Positionen.

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Auch das Firmenschild ist deutlich lesbar; sogar das Revisionsdatum 19.5.83 lässt sich entziffern.

Fazit:

Die Kesselwagen haben nur wenig Gewicht, rollen recht leichtgängig und sind mit Kurzkupplungskinematik ausgestattet. Obwohl die Wagen nicht korrekt sind, vermitteln sie trotzdem den Eindruck des Vorbildes und werden ein Blickfang in einem Güterzug sein.

Die Modelle geben den Epoche 4-Zustand der 80er Jahre wider, sollten also nicht von Dampflokomotiven gezogen werden. Ansonsten hat man bei den Lokomotiven die freie Auswahl mit My, Mx, Mz, MH, Mt und Köf. Und für Privatbahnfreunde ist es einfach, die Wagen durch Überlackieren des Logos und der Firmenangabe auf dem Anschriftenschild in Privatbahnausführungen umzuarbeiten.

Danke an Carsten Möller für die deutsche Übersetzung.

Quellen:
Jens Bruun-Petersen
Ole M. Nielsen
jernbanen.dk